Selten war eine Wahl so spannend und auch so knapp

Am Montagnachmittag stand nach einem wahren Wahlkrimi das erfreuliche Endresultat fest: Alexander Van der Bellen hat die Bundespräsidentenwahl für sich entschieden.

Montagnachmittag um 16.43 Uhr war es endgültig fix: Nach einer bemerkenswerten Aufholjagd konnte Alexander Van der Bellen an FPÖ-Präsidentschaftskandidat Hofer vorbeiziehen und mit 50,3 Prozent der Stimmen die Stichwahl zum Bundespräsidenten für sich entscheiden. Ausschlaggebend waren die Briefwahlstimmen, denn die letzte Hochrechnung inkl. Briefwahlprognose hatte am Sonntag beide Kandidaten bei je 50 Prozent gesehen. Alle politisch Interessierten fieberten daher dem Montag und der Auszählung der Briefwahlstimmen entgegen.

Hohe Wahlbeteiligung

So rekordverdächtig wie die Wahlbeteiligung (72,7 Prozent) war auch die Zahl der Briefwahlstimmen. Konkret wurden über 766.000 Stimmen am Postweg abgeben, rund 746.000 davon waren gültig – und sie brachten die Entscheidung zugunsten Van der Bellens, der bei den BriefwählerInnen 61,7 Prozent erreicht hat.  Am Ende konnte  – laut dem von Innenminister Sobotka verkündeten Endresultat – Alexander Van der Bellen 50,35 Prozent auf sich vereinen, Norbert Hofer kam auf 49,65 Prozent. Damit waren es gut 31.000 Stimmen Vorsprung, die Alexander Van der Bellen zum neunten Bundespräsidenten der Zweiten Republik machen. Angelobt wird Van der Bellen am 8. Juli 2016 – und zwar durch die Bundesversammlung, die sich aus Abgeordneten zum Nationalrat und den Mitgliedern des Bundesrats zusammensetzt.

Pro-europäischer und weltoffener Partner

Bundeskanzler Christian Kern gratulierte dem neuen Bundespräsidenten „ganz herzlich“ und erklärte, dass die Regierung in ihm einen Partner sehe, „der pro-europäisch und weltoffen ist“ sowie für eine Politik steht, die Chancen in den Vordergrund stellt und nicht die Ängste bedient. Kern erinnerte aber auch an den „denkbar knappen“ Vorsprung Van der Bellens auf den FPÖ-Präsidentschaftskandidaten. „Wir haben nun gemeinsam dafür zu sorgen, dass sich keine Wählerin und kein Wähler als Wahlverliererin und Wahlverlierer sieht“, betonte der Bundeskanzler und richtete klare Worte an jene Menschen, die Norbert Hofer ihre Stimme gegeben haben: „Wenn der Protest hier so artikuliert worden ist, haben wir ihn verstanden und müssen die Politik daran orientieren, damit sich jeder repräsentiert fühlt“, sagte Kern.

Gut für Ansehen Österreichs

Der Wiener Bürgermeister und geschäftsführende SPÖ-Vorsitzende Michael Häupl zeigte sich vor allem über das Wiener Ergebnis in der Stichwahl erfreut. Van der Bellen konnte hier 63,3 Prozent der Stimmen für sich gewinnen und liegt somit weit über dem österreichischen Durchschnitt. „Ich glaube, es ist ein gutes Signal für unsere Stadt, für das internationale Ansehen unserer Stadt, aber natürlich auch für das internationale Ansehen Österreichs“, sagte Häupl.

Einende Amtsführung Heinz Fischers fortführen

Auch Nationalratspräsidentin Doris Bures ist zuversichtlich, dass Van der Bellen durch eine besonnene Amtsführung eine einende und versöhnliche Kraft für unser Land sein wird. „Gerade nach einer polarisierenden Wahlauseinandersetzung braucht es an allen Stellen der Republik das ernsthafte Bemühen, die Gesellschaft zusammenzuhalten und das Vertrauen der Menschen in die Demokratie und ihre Institutionen zu festigen“, erklärte Bures. Für SPÖ-Klubobmann Andreas Schieder ist Van der Bellen die richtige Nachfolge von Heinz Fischer in der Hofburg, der „die positive Amtsführung von Bundespräsident Heinz Fischer, zwar anders, aber im Geiste ähnlich fortführen wird“.

Österreich international hervorragend vertreten

SPÖ-Bundesgeschäftsführer Gerhard Schmid zeigte sich nach der Verlautbarung des Ergebnisses gleichermaßen erleichtert und erfreut. „Alexander Van der Bellen wird dieses Amt mit der notwendigen Würde, Besonnenheit und Verantwortung ausfüllen und unser Land ganz hervorragend in Europa und der Welt repräsentieren“, ist Schmid überzeugt.  Auch der Kärntner Landeshauptmann Peter Kaiser ist erfreut über das Ergebnis. „Alexander Van der Bellen ist der Garant dafür, dass Österreich in Europa und international weiterhin eine moralisch einwandfreie und verbindende Rolle einnimmt“, so Kaiser.

„Europa fällt ein Stein vom Herzen“

EU-Parlamentspräsident Martin Schulz rief den neuen Bundespräsidenten dazu auf, das österreichische Volk nach dem knappen Wahlausgang zusammenzuführen und nicht zu spalten. „Diese Wahl muss ein Weckruf an alle Parteien der demokratischen Mitte in Europa sein, nicht auf den Kurs von Populisten einzuschwenken“, so Schulz. Der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier sagte angesichts des knappen Wahlausgangs: „Ganz Europa fällt ein Stein vom Herzen“.

Kurzbiographie

Alexander Van der Bellen wurde am 18. Jänner 1944 in Wien als Sohn einer estnischen Mutter und eines russischen Vaters geboren. Nach der Matura studierte Van der Bellen Volkswirtschaft und unterrichtete als Uni-Professor an den Universitäten in Innsbruck und Wien. Von 1997 bis 2008 war Van der Bellen Bundessprecher der Grünen und von 1999 bis 2008 Klubobmann des Grünen Klubs im Parlament, wo er ab 1994 Abgeordneter zum Nationalrat war. Von 2012 bis 2015 war Van der Bellen Mitglied des Wiener Gemeinderats und Landtags.

Ines Emersberger

About Ines Emersberger

Ich kandidiere auf der SPÖ-Liste, weil ich der Meinung bin, dass Politik gemacht werden soll die den Menschen etwas bringt. Und genau für solche Politik steht Moosdorf mit zahlreichen Beispielen. Außerdem ist mir sehr wichtig dass eine Partei menschenfreundlich ist, Lösungen aber auch konstruktive Kritik hervor bringt und ohne Hetze und Angst machenden Parolen auskommt!

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